Aktionsbündnis Holtkamp-Ströhen

Unsere seltenen und bedrohten tierischen Mitbewohner

Beschreibung einiger Arten:

Foto: Birgit Hemkendreis

Steinkauz

Der Steinkauz ist eine kleine Eulenart, die von Würmern, Amphibien und kleinen Nagern lebt, die er auf Grünland mit niedrigem Bewuchs erbeutet. Seine Jungen zieht er in geräumigen Baumhöhlen auf. Die Bestände sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen, da viele Wiesenflächen umgebrochen wurden, die Weidewirtschaft stark zurückging und alter Baumbestand entfernt wurde. In Hollen-Holtkamp und Ströhen gibt es mehrere Brutpaare (eine relativ kleine Population), um die sich der Nabu Bielefeld kümmert.

Foto: s.o.

Großer Brachvogel

Der große Brachvogel ist ein langlebiger Charaktervogel der Feuchtwiesen und Moorlandschaften. Sein trillernder, variantenreicher Revierruf ist weithin hörbar. Brachvögel sind in unseren Regionen Zugvögel und von März bis in den Herbst anzutreffen. Auch der große Brachvogel leidet unter dem Verlust von ausreichend feuchtem Grünland. In Hollen-Holtkamp und Ströhen leben Brachvögel an drei Stellen. Der Bruterfolg ist in den letzten Jahren sehr unterschiedlich gewesen, was z.T. auf Störungen während der Brutzeit zurückzuführen ist.

Foto: s.o.

Kiebitz

Der Kiebitz war früher ein sehr häufiger Vogel der offenen Landschaft. Kiebitze ziehen im Februar in großen Gruppen aus den milderen Überwinterungsregionen zu uns und brüten auf spärlich bewachsenen Ackerflächen oder niedrig bewachsenem Grünland. Der Name leitet sich vom typischen „Kiwitt“-Ruf her. Kiebitze versuchen ihre Eier und Küken durch eindrucksvolle Flüge zu beschützen. Kiebitze sind sehr standorttreu. Der Kiebitzbestand ist um über 90% seit 1991 eingebrochen. Ursache ist die Intensivierung der Landwirtschaft. In Hollen-Holtkamp-Ströhen gibt es einige Paare und im Frühjahr kann man an verschiedenen Stellen die eindrucksvollen Gruppen der Kiebitze beobachten.

Foto: s.o.

Heidelerche

Die Heidelerche singt wie die Feldlerche in der Luft – ihr Gesang ist aber weicher und melodiöser und oft bis in den Hochsommer zu hören. Die Heidelerche ist ein typischer Vogel der Sennelandschaft und brütet an Waldrändern in niedrigem Gesträuch. Ihr macht vor allem die Umwandlung früherer Brach- und Heideflächen in Äcker und der Verlust ungestörter Brutstellen zu schaffen. In Hollen, Holtkamp und Ströhen ist sie in den Naturschutzgebieten an manchen Stellen anzutreffen, aber auch am östlichen Rand des Gebietes.

Foto: s.o.

Rebhuhn

Das Rebhuhn ist mit 500-600g ein kleiner Vertreter der europäischen Feldhühner. Der Name leitet sich vom typischen Fluchtruf ab. Rebhühner sind auf eine kleinräumige, abwechslungsreiche Agrarlandschaft mit Grasstreifen, Hecken und verschiedenen Feldfrüchten nebeneinander angewiesen. Rebhühner werden im Schnitt nur 3 Jahre alt. Auch sie sind sehr standorttreu. In den zunehmend ausgeräumten Agrarlandschaften finden sie aber weder Nahrung noch Deckung. Ihr Bestand ist seit 1991 um über 94% eingebrochen. In Hollen-Holtkamp und Ströhen gibt es noch einen kleinen, dort seit Jahrzehnten ansässigen Rebhuhnbestand, und mit etwas Glück kann man im Juni ein Paar beim abwechselnden Sandbad beobachten.

Foto: s.o.

Feldlerche

Die Feldlerche war bis in die 90ziger Jahre noch ein häufig anzutreffender Vogel und ihr Reviergesang war über vielen Feldern zu hören. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die Umstellung von Sommer- auf Wintergetreide hat ihre Bestände stark schrumpfen lassen. Auch in Hollen-Holtkamp-Ströhen kann man sie auch nur noch sehr vereinzelt sehen und hören.

Kuckuck

Der Kuckucksruf war früher untrennbar mit den Frühling verbunden. Der Vogel, der seine Eier in fremde Nester legt und seine Jungen von meist deutlich kleineren Vögeln (von der Bachstelze über den Teichrohrsänger bis zur Goldammer u.v.a.) aufziehen lässt – das Kuckucksweibchen ist bezüglich der Eifarbe an bestimmte Wirtsvögel angepasst! – hat durch die Abnahme des Wirtsvogelbestandes und auch dadurch, dass diese aufgrund milder Winter immer früher zu brüten beginnen, stark abgenommen. Nicht zuletzt ist er als Langstreckenzieher vielen Gefahren ausgesetzt. In Hollen-Holtkamp-Ströhen hat er sich erfreulicherweise gehalten und sogar vermehrt. In diesem Jahr waren wenigstens drei Kuckucke gleichzeitig zu hören… .

Foto: s.o.